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Wetter der Extreme in Niedersachen – die Klimakrise im Unterricht

2023 war das wärmste Jahr seit Messbeginn vor 140 Jahren. Nicht nur Deutschland war mit einem Plus von 2,4 Grad über dem langjährigen Mittelwert (Referenzperiode 1961 – 1990) „Negativ-Spitzenreiter“, sondern weltweit reihte sich im vergangenen Jahr ein Negativ-Rekord an den nächsten. Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes war das aktuelle Jahrzehnt rund 1,9 Grad Celsius wärmer als die ersten Jahrzehnte der Aufzeichnungen (1881-1910) und der EU-Klimawandeldienst Copernicus schätzte Anfang November, dass 2023 zum heißesten Jahr der vergangenen 125 000 Jahre werden könnte.

Schon der meteorologische Herbst mit den Monaten September, Oktober und November waren in Deutschland mit einem Temperaturmittel von 11,5 Grad Celsius die wärmsten seit Beginn der Messungen. Auch global war 2023 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Demnach lagen die globalen Durchschnittstemperaturen in diesem Jahr 1,46 Grad über dem vorindustriellen Referenzzeitraum von 1850 bis 1900. Der Sommer mit den Monaten Juni bis August war der heißeste seit Aufzeichnungsbeginn, gefolgt von einem Oktober, der erneut Temperaturhöchstwerte mit sich brachte.

DPhV und PHVN nehmen sich des Themas „Klimakrise im Unterricht“ an

2015 wurde im Pariser Klimaabkommen vereinbart, die Erderwärmung auf unter zwei Grad, wenn möglich aber auf 1,5 Grad des vorindustriellen Zeitalters zu begrenzen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Es gilt als sicher, dass wir die 1,5-Grad-Marke überschreiten werden. Laut einer aktuellen Prognose der UN steuert die Erde angesichts weiter steigender Treibhausgas-Emissionen sogar auf eine Erwärmung um 2,5 bis 2,9 Grad bis zum Jahr 2100 zu. Der Deutsche Philologenverband hat im letzten Jahr zu dem Thema „Klimakrise im Unterricht“ einen Sonderdruck herausgegeben, den wir Ihnen als Ihr im DPhV tätigen Landesverband zur Verfügung (3 Exemplare pro Schule) gestellt haben. Ein Blick ins Heft lohnt sich.

Dass sich die Klimakrise unmittelbar auf unser Wetter auswirkt, konnten wir im letzten Jahr mehr als deutlich erleben. Hitzewellen, Überschwemmungen mit Megafluten, Monsterstürme und Waldbrände mussten wir weltweit erleben. In Niedersachsen brannten 2023 Moore und Wälder und im Dezember 2023 hieß es von Meppen bis Hildesheim, von Lilienthal bei Bremerhaven bis Northeim Land unter.

Die völlig durchtränkten Böden und Deiche konnten das Wasser der Flüsse nicht mehr aufnehmen. Das Wasser suchte und fand seine Wege. Ministerpräsident Weil sprach von einem Novum für Niedersachsen. Ein Novum, an das wir uns aufgrund des Klimawandels werden gewöhnen müssen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schätzte die Summe der wetterbedingten Schäden durch Überschwemmungen, Hagel und andere Wetterextreme allein in Deutschland für das Jahr 2023 auf ca. 5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die versicherten Schäden an Häusern, Hausrat, Betrieben und Kraftfahrzeugen damit um 900 Millionen Euro. Die versicherungsmathematische Gleichung ist einfach: Der Klimawandel bedingt ein extremeres Wetter mit extremen Kosten.

Diese Kosten müssen wir alle, vor allem aber die uns nachfolgenden Generationen tragen. Nur als Weltgemeinschaft können wir der Klimakrise Einhalt gebieten. Das wäre ganz im Sinne der Humboldtschen Bildungsideale, das wäre humanistisch!

Philologenverband Niedersachsen initiiert Lehrkräftepreis 2024: „Einfach mehr Lehrkraft“

Das sind Themen, die in den Unterricht gehören und da das Problem so dringlich ist, sollte es eine Querschnittsaufgabe möglichst vieler Fächer sein. Wir haben zurzeit etliche Krisen zu bewältigen, die Klimakrise ist wohl aber die Umfänglichste und Langfristigste, die wir zu lösen haben. Hier müssen weltweit alle mit an Bord, damit wir am Ende nicht untergehen und unsere Erde ein lebenswerter Ort im Universum bleibt. Wie man die vielfältigen Probleme rund um den Klimawandel in den eigenen Unterricht integrieren kann, ist und bleibt eine Herausforderung aller Lehrkräfte.

Der Philologenverband Niedersachsen lobt für 2024 erstmals einen niedersächsischen Lehrkräftepreis aus. Die besten drei Unterrichtskonzepte rund um das Thema „Klimawandel“ sollen auf dem Philologentag 2024 in Bremerhaven, der Stadt mit dem Klimahaus, prämiert werden.

Wir sind sehr gespannt, welche Unterrichtskonzepte es zum Klimawandel in die Auswahl schaffen. Die eingereichten Unterrichtsvorhaben werden von einer fachkompetenten Jury gesichtet, die dann aus den Vorschlägen drei Preisträger ausgewählt.

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Die Voraussetzungen für die diesjährige Teilnahme sind:

  • Das Unterrichtskonzept muss sich mit den Themen „Klimawandel“ oder „Auswege aus der Klimakrise“ befassen.

  • Das Konzept soll ein bereits durchgeführtes Unterrichtsvorhaben an einer niedersächsischen Schule, die zum Bildungsabschluss der allgemeinen Hochschulreife führt, beschreiben. Gymnasien und Gesamtschulen im Aufbau oder Sekundarstufen-I-Gymnasien sind ebenfalls teilnahmeberechtigt.

  • Das Konzept sollte in diesem oder dem letzten Schuljahr verwirklicht worden sein. Es kann auch im Rahmen der schriftlichen Arbeit in einem Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien geplant, realisiert und evaluiert worden sein.

  • Wünschenswert sind regionale Bezüge, sie sind aber nicht zwingend.

  • Einsendeschluss ist der 14.07.2024 (Ausschlussfrist, Eingang im digitalen Postfach bzw. Abgabe in der Geschäftsstelle)

  • Die offizielle Preisverleihung erfolgt auf dem Philologentag 2024 in Bremerhaven.

Knappe bündige Vorgabe des Konzepts

  • Beschreibung des didaktisch-methodischen Konzeptes, Beschreibung des Unterrichtsverlaufs in tabellarischer Form und Reflexion/Evaluation des Unterrichts ist in digitaler Form (PDF-Datei, Vorgabe < 10 Seiten, Schriftart ARIAL 11, anderthalbzeiliger Abstand ) einzureichen

  • In den Anhang können Materialien, z. B. Videomitschnitte, verwendete Programme, Fotos aus dem Unterricht, Versuchsanordnungen ggf. mit Gefährdungsbeurteilung, Medien und Methoden.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Mitglieder des Hauptvorstandes des PHVN sind nicht teilnahmeberechtigt.

  • Weitere öffentliche Bekanntmachungen folgen in Kürze, bitte werben Sie schon jetzt gerne in den Kollegien für unseren Preis.

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